Blind Date zu Weihnachten

Erscheinungsdatum
30. November 2015

Genre und Stichwörter
Erotik, Romantik, Weihnachtsgeschichte, erotische Weihnachtsgeschichten, Christmas Storys, Erotik zum Fest, besinnliche Weihnachten

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Blind Date zu Weihnachten

Lilly hat ein Problem. Sie hat allen vorgemacht, dass sie mit Tim, einem supertollen Architekten, zusammen ist. Zu dumm nur, dass Weihnachten vor der Tür steht, ihre Eltern den Traummann endlich kennenlernen wollen und der gar nicht existiert. Die Rettung naht in Form eines Typen, den ihre beste Freundin aufgetrieben hat. Er springt ein. Doch wer lässt sich darauf ein, Weihnachten in einer fremden Familie zu feiern? Und wieso knistert es zwischen Lilly und ihm immer in den unpassendsten Momenten?

Mach dir überhaupt keine Sorgen, Lilly. Ich besorg dir jemanden, der absolut perfekt ist. Ich erzähl ihm ein paar der Beziehungsanekdoten, die du uns allen aufgetischt hast. Und keiner wird merken, dass das nicht dein richtiger Freund ist. Alles, was du noch tun musst, ist, deine Eltern anzurufen, und ihnen zu sagen, dass du mit deinem Freund Weihnachten kommst. Sonst noch Fragen?

Die Worte meiner besten Freundin Isa schossen mir jetzt gerade wieder durch den Kopf. Und ich verfluchte mich, dass ich so dämlich gewesen war und vor ihren Augen meine Mutter angerufen und ihr mitgeteilt hatte, dass wir, ich und mein Freund Tim, uns freuen, Weihnachten bei meinen Eltern zu verbringen.
Nun trat ich fröstelnd von einem Fuß auf den anderen und wartete mit meinem Koffer und einer Tüte voller Geschenke am Alexanderplatz darauf, dass aus dem Schneegestöber der Typ auftauchte, der meinen Arsch rettete. Großartig!
Dabei hatte ich Isas Vorschlag – ich glaube nach drei Glühwein, zwei Eierpunsch und einem Tee mit Schuss, oder so – für eine verdammt gute Idee gehalten. Wieso? Dazu muss ich etwas zurückgehen.
Am Valentinstag, ja genau, ich sagte ja, ich muss etwas zurückgehen, also an dem Tag im Februar, an dem jedes glückliche Paar normalerweise seine große Liebe feierte, und auch ich mir eine mega Überraschung für meinen Freund Philipp ausgedacht hatte, erwischte ich ihn mit meiner Nachbarin Marie in unserem Doppelbett. Was dann passierte kann sich jeder denken. Ich hatte mich mit möglichst viel Drama von meiner großen Liebe getrennt, mit noch mehr Drama war ich ausgezogen und mit noch mehr Drama – ja, das geht zu steigern – habe ich allen vorgeheult, wie furchtbar mein Leben war. Bis aus mitfühlenden mitleidige Blicke wurden. An einem warmen Maitag verkündete ich daher, ich hätte jemand Neues kennengelernt. Doch damit tat ich mir keinen Gefallen.
Die folgenden Monate wurde ich immer mehr gelöchert, Einzelheiten zu meinem mysteriösen Mister Right rauszurücken. Wie wir uns kennengelernt haben … Wie er denn aussieht … Was er denn macht … Blablabla.
Die erste Lüge, damit sich keiner Sorgen um mich machte, war mir ganz leicht über die Lippen gekommen. Ich hatte etwas gefaselt von einer Kugel Eis, mit der ich gegen ihn und sein Shirt gekracht war, und natürlich von Liebe auf den ersten Blick. Die zweite Lüge war, dass ich allen erzählte, dass er ein gefragter Architekt wäre und unser gemeinsames Traumhaus plante. Na ja, und ich fantasierte mir einen wahren Adonis zurecht. Logisch. Und natürlich fantastischen, heißen, abwechslungsreichen Mega-Wow-Sex.
Das alles lief ziemlich gut für mich, bis die Tage kürzer wurden und meine Ma anfing, Weihnachten zu planen. Mit mir und meinem neuen superduper Freund. Und sie freute sich so! Vor allem nachdem sie sauer auf mich gewesen war, dass ich (!) es mit Philipp versaut hatte. Ich konnte sie doch nicht enttäuschen und ihr gestehen, dass ich mein Leben gerade – zurückhaltend formuliert – blöd fand, von Männern die Nase gestrichen voll hatte und alles daran setzte, meinen Traum zu verwirklichen und mich selbstständig zu machen. Letzteres erfüllte meine Eltern mit beinahe genauso viel Schrecken, wie die Tatsache, dass ihre Tochter keinen Mann hatte.
Genau das hatte ich Isa im Suff gestanden und die hatte einen ihrer Geistesblitze gehabt, dem ich nun, nervös wie ich war, bereute zugestimmt zu haben.
Gleich würde ich also meinen Freund Tim kennenlernen, den großen gut gebauten Star-Architekten mit charismatischem Lächeln und den Mann, mit dem ich angeblich seit einem halben Jahr zusammen war und – wie ich mich dunkel erinnerte – sogar Kinder plante. Innerlich stöhnte ich auf. Großer Mist, Lilly.

***

Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte. Ich meine, klar, ich hatte Isa ja sehr detailliert vorgeschwärmt, wie mein Freund aussah. Doch irgendwie hatte ich mich wohl innerlich darauf eingestellt, eine kleinere, pummeligere Version des Ganzen zu bekommen.
Als sich jedoch die Schneeflocken teilten und plötzlich dieser tatsächlich 1,80m große, gutaussehende Kerl, in einem dicken, warmen Parka, mit einem Wollschal, einer dieser hippen Wollmützen mit Klappen an den Ohren und einem schwarzen Rollkoffer vor mir auftauchte, der wirklich zu mir, Lilly, knapp 1,70m groß, modisch zu dünn angezogen und mit vom Schnee platten Haaren, wollte, traf mich der Schlag. Wo hatte Isa den denn aufgetrieben?
Zahlreiche heiße Fantasien schossen mir durch den Kopf. Und zwischen meinen Beinen kribbelte es zum ersten Mal seit Monaten. Was rede ich da, seit Jahren! Überhaupt!
„Nicht sabbern!“ Mir musste die Kinnlade herunter geklappt sein, denn er streckte seine Hand aus und schloss meinen Mund, eindeutig amüsiert.
Seine tiefe, männliche Stimme und der sanfte Befehl ließen meine Nippel hart werden und genau wie der Satz „Nicht an Grün denken!“ einen an Grün denken ließ, so brachten seine Worte mich tatsächlich dazu zu sabbern. Fast. Denn ich kam zu mir. Was erlaubte sich der Kerl eigentlich? „Lass das“, knurrte ich.
„Wieso? Wir müssen doch vertraut wirken.“ Seine Augen musterten mich nicht fachmännisch, wie ich fand, sondern verflucht neugierig. „Du bist also die Kleine, die ihre Eltern an Weihnachten bescheißt?“
Autsch, das saß! „Und du bist also der Arsch, der selbst niemanden zum Feiern hat?“, feuerte ich gereizt zurück.
Seine Augen funkelten verletzt, bis er mich zornig anfunkelte. „Du hältst mich hier für den Betrüger?!“ Mit dem Zeigefinger pikte er gegen meine Brust und ich stolperte zurück. „Nimm das ganz schnell zurück!“ Er trieb mich in die Enge. „Sonst pfeif ich darauf, was ich Isa versprochen hab und lass dich einfach sitzen. Na, wie wäre das?“
Ich fiel gegen die Säule der Weltzeituhr, mein Herz hämmerte und meinem losen Mundwerk blieb die Sprache weg. Und dann weiß ich gar nicht, wie das passieren konnte. Oder wer zuerst angefangen hat. In einem Moment dachte ich noch, ich würde ihm eine kleben, und im nächsten fiel ich ihm um den Hals, stellte mich auf die Zehenspitzen und wir küssten uns. Und Himmel, konnte Tim küssen! Er stand meinem imaginären Traummann in nichts nach.
Er nahm mein Gesicht in beide Hände und zog es zu sich. Erst berührten sich nur unsere Lippen. Dann saugte er an meiner Unterlippe und ein süßes Ziehen breitete sich bis in meine Körpermitte aus. Dass das möglich war, hatte ich bisher nur für ein Gerücht gehalten, das von Frauenmagazinen in die Welt gesetzt worden war. Wow!
Ich fummelte an seinem Parka und fluchte, weil ich ihn nicht aufbekam, dabei wollte ich die Wärme seines Körpers spüren. Tim lachte atemlos, küsste mich weiter und sobald ich meinen Mund weit genug öffnete, fuhr er mit seiner Zunge in mich.
Scheiß auf den Parka! Ich grub meine kalten Hände in seinen warmen Nacken und genoss zu bekommen, wovon ich schon so lange träumte. Meine Zunge strich an seiner entlang. Seine an meiner. Sein Geschmack nach Kaffee und Karamell mischte sich mit meinem nach Minze. Mit einem Knurren presste er mich mit seinem Körper gegen die Säule. Seine Jacke war so dick, dass ich frustriert nach Luft schnappte, weil ich seinen Körper nicht spüren konnte. Aber mein Mantel war offen und als er seine Hand darunter schob und durch den Stoff des Kleides meinen Busen berührte, schrie ich leise auf.
Dunkel war mir bewusst, wo ich war, aber wenn dieser Mann mich hier und jetzt nehmen wollte, würde ich ja sagen. So feucht war ich zwischen meinen Beinen. So sehr zitterte mein Körper. Und so heiß war mir.
„Dein Handy klingelt“, hauchte er mir ins Ohr.
„Was?“, stammelte ich und küsste ihn, damit er die Klappe hielt.
Tim keuchte und wich zurück. „Dein Handy, Lilly. Jemand ruft dich an.“
„Oh!“ Erst jetzt hörte ich es auch. Der Klingelton, den ich nur für meine Familie eingestellt hatte.
Außer Atem ging ich ran und hörte meine Mutter, die mich fragte, wo wir denn blieben. Ich beruhigte sie, dass wir in einer halben Stunde da wären.
Puh! Sobald ich aufgelegt hatte, fing ich Tims amüsierten Blick auf und das genügte, damit erneut heiße Lust durch meinen Körper schoss. Das konnten ja heitere Weihnachten werden!

***

„Ma, Pa, das ist er, das ist mein Freund Tim.“
Meine Eltern wohnten in einem Altbau-Reihenhaus in Pankow, im Norden Berlins. Und sobald sie unsere knarzenden Schritte im Treppenhaus gehört hatten, waren sie auf den Flur getreten, um uns zu empfangen.
Aus der Wohnung roch es verlockend nach Zimt, Nelken und gebratenen Äpfeln. Und wenn mich meine Nase nicht täuschte, so war unser traditioneller Gänsebraten so gut wie fertig.
Schnell stellte ich Tim auch meinen Bruder Lucas, seine Freundin Eva und meine dreijährige zuckersüße Nichte Lisa vor, die lachend auf mich zugerannt war und nun an meinem Bein klebte. Ich legte meine Sachen ab und verfrachtete unser Gepäck, mit Lisa nach wie vor an meinem Bein, in das kleine Gästezimmer, das früher mein Reich gewesen war. Als ich zurückkam, zog ich die Luft ein. Scheinbar die Lieblingsreaktion meines Körpers auf Tim.
Mein Alibi-Freund hatte endlich seinen Parka abgelegt. Er trug eine tiefsitzende anthrazitfarbene Jeans und einen enganliegenden, blaugrauen Cashmere-Pullover mit V-Ausschnitt, der seine sportliche Figur betonte.
„Und? Meinst du, das ist okay? Oder soll ich mich nochmal umziehen?“
„Ja“, keuchte ich.
„Ja, es ist okay? Oder ja, ich soll mich umziehen?“, fragte er nach und ließ dabei seinen Blick über mein Festtagsoutfit gleiten, ein feuerrotes, knielanges Empirekleid mit einer niedlichen Schleife unter dem Busen, perfekt, um viel zu essen, ohne dass man fett aussah.
Ich starrte Tim an, als hätte er Japanisch gesprochen. Die Vorstellung, dass er sich umzog, und ich einen Blick auf seinen nackten Oberkörper erhaschte, war zu verlockend.
„Du siehst wunderschön aus“, hauchte er mir ins Ohr.
Beinahe schüchtern sah ich zu ihm auf, ließ meine Hände über den weichen Cashmerestoff seines Pullovers streichen, spürte, wie sich seine Brust unter meiner Berührung schneller hob und senkte. Und Mist, ich wollte gar nicht, aber in der einen Sekunde beleckte ich mir die Lippen und in der anderen spürte ich seinen Mund auf meinem.
„Ihhh!“, kreischte Lisa und flitzte ins Wohnzimmer. „Tante Lilly knutscht mit Onkel Tim!“
Verlegen fuhren wir auseinander und auf wackeligen Beinen folgte ich meiner Nichte ins Wohnzimmer.
In einer Ecke stand ein kaum vor Weihnachtskugeln zu erkennender Tannenbaum. Der Raum war mit Räuchermännchen und Tellern mit Äpfeln und Orangen dekoriert. Und auf jeder freien Fläche flackerten Kerzen, die so viel Wärme spendeten, dass sich Tim die Ärmel seines Pullis hochschob. Und ich hielt erneut die Luft an, weil ich den Anblick so sexy fand. Einmal Sauerstoff für Lilly, bitte!
Möglichst blind für den heißen Kerl neben mir, nahm ich am Esstisch Platz. Meine Ma verteilte großzügig die Portionen. Wir aßen. Ich lobte ihren Braten, Tim die Nachspeise. Und für einen Augenblick gab ich mich der Illusion hin, dass mein Schwindel nicht aufflog.
Weit gefehlt.
Sobald wir vor leer gegessenen Tellern saßen und mein Pa die zweite Flasche Rotwein großzügig auf unsere Gläser verteilte, konnten meine Eltern ihre Neugierde nicht länger im Zaum halten. Sie fragten uns aus, bis wir stockten.
„Ich dachte, dein Freund hätte so eine Narbe an der Augenbraue“, meinte meine Ma und musterte Tim.
Solchen Quatsch hatte ich mir ausgedacht? Tim warf mir einen amüsierten Blick zu. „Ähm, die hat er sich weglasern lassen. Das geht jetzt total einfach“, improvisierte ich.
„Wirkt aber gar nicht weggelasert“, stellte mein Bruderherz Lucas fest, als ob er sich damit auskennen würde.
„Doch, siehst du?“ Mit allergrößtem schauspielerischen Talent schnappte ich mir Tims Kopf und fummelte seine Augenbraue so auseinander, dass eine kleine Furche entstand. „Da war sie! Aber wenn man nicht weiß wo, dann sieht man die Stelle natürlich nicht.“
Meine Familie glaubte mir nicht und sah abwartend meinen Alibi-Freund an.
Lächelnd legte Tim seinen Arm auf meine Schultern und Hitze schoss durch meinen Körper. „Lilly hat einen wirklich guten Spezialisten aufgetan“, ging er auf meine Lüge ein. „Erst wollte ich ja nicht.“ Er sah mir tief in die Augen und mein Hals war wie ausgetrocknet. „Aber sie meinte, das wäre gut für meinen Job als Architekt. Nicht, dass jemand denkt, eines meiner Häuser sei mal auf mich gestürzt, nicht wahr?“ Er küsste mich nass auf die Wange und ich biss mir hart auf die Lippen. Wenn er nicht gleich von mir abrückte, fiel ich über ihn her.
„Du arbeitest also wirklich als Architekt?“, fragte Pa nach. „Kannst du dir nachher vielleicht mal auf dem Balkon unseren Anbau anschauen? Ist natürlich kein Haus oder so, aber mich würde da schon die Meinung eines Experten interessieren.“
Innerlich stöhnte ich auf. Der Anbau war eine Bank unter einer Pergola, die mein Vater nach Entwürfen meiner Mutter zusammengebastelt hatte. Und sie sah scheußlich aus. Geschweige denn, dass man darauf sicher sitzen konnte. Außerdem: Konnte Tim so etwas überhaupt beurteilen, ohne aufzufliegen?
Ängstlich sah ich zu ihm und konnte nicht entscheiden, ob mich sein Lächeln beruhigen oder alarmieren sollte. Also entschied ich mich für die einzige Lösung: Ich griff zum Hochprozentigen. Nicht besonders clever, ich weiß, aber besondere Situationen erfordern besondere Mittel.
Dass ich es etwas übertrieb, wurde mir erst klar, als ich mitten in eine Unterhaltung hinein verkündete, dass meine Eltern fantastisch waren, mein Bruder und seine Frau auch, Lisa sowieso und natürlich das Essen. Nicht zu vergessen Tim, der der Fantastischste von allen war.
Amüsiert nahm mir Tim mein Schnapsglas aus der Hand und raunte mir zu: „Lass gut sein! Alle haben es jetzt verstanden, du findest den Abend fantastisch.“
„Sehr witzig“, gab ich lauter als gewollt kontra und rülpste wenig damenhaft.
„Lilly!“, zischte meine Ma pikiert. „Beherrsch dich bitte! Sonst rennt dir der Kerl auch noch weg.“
Autsch, danke Ma. Ich weiß natürlich, dass sie es nicht so gemeint hatte, dennoch trafen ihre Worte mich und mein an dem Abend sowieso recht dünnes Nervenkostüm.
Eine Entschuldigung murmelnd sprang ich auf und verließ erst den Tisch und schließlich die Wohnung. Natürlich hatte ich nicht an Winterschuhe gedacht oder eine Jacke, oder irgendwas. So war ich eben. Ich dachte nicht genug nach. Dennoch brauchte ich einen Moment für mich.
„Hey, nicht heulen!“ Tim war mir gefolgt und legte mir meinen Mantel um die Schultern.
Der Matsch vom Tag war überfroren und es schneite. Zitternd zog ich den Mantel fester um mich und schaute auf, als Tim mich wärmend in die Arme nahm. „Danke“, nuschelte ich. „Geh doch wieder rein, ich komm auch gleich nach.“ Aber er blieb, was mich total wunderte, denn er benahm sich wie ein richtiger und nicht wie ein Alibi-Freund. „Also gut, geh eben nicht. Musst du ja wissen. Das hier ist deine Chance, etwas Zeit für dich zu haben. Du könntest jemanden anrufen, dir eine Pause gönnen von mir und meiner Familie, oder …“ Ich schniefte. „Drogen nehmen, um die Zeit zu überstehen. Ich verrate es auch niemandem.“
Ein schlechter Witz, ich weiß, aber immerhin lachte er und ein warmer Klumpen bildete sich in meinem Bauch.
„Lilly?“ Unsere Blicke trafen sich und nervös hüpfte ich in meinen Pantoffeln von einem Fuß auf den anderen. „Sei nicht traurig! Ich bin mir sicher, deine Ma hat das eben nicht so gemeint. Sie liebt dich.“
„Doch hat sie“, seufzte ich. „Sie findet, eine Frau muss sich auch wie eine Frau benehmen. Und in ihren Augen hätte ich meinem Ex verzeihen müssen, dass er mit der Nachbarin im Bett war. Schließlich macht jeder mal Fehler. Und von irgendwo müssen die Enkel ja herkommen.“
Tim schnaubte empört.
„Ja, genau.“ Der warme Fleck in meinem Bauch kribbelte, weil der Mann vor mir auf meiner Seite stand.
„Warum lächelst du plötzlich?“, fragte er sanft nach.
„Weißt du, dass meine Ma Weihnachten damit anfängt, heißt eigentlich nur eines: Sie mag dich“, erklärte ich.
„Und du?“
Ich konnte selbst nicht glauben, was ich daraufhin tat. Keck stellte ich mich auf meine eiskalten Zehenspitzen und flüsterte Tim ins Ohr: „Ich mag dich auch.“
„Scheiße!“
Scheiße?! Wie meinte er das denn?
Doch dann drückte er mich in den Hauseingang, hob mich hoch, dass ich meine Beine um seine Hüften schlingen konnte, und küsste mich. Seine Hände fuhren unter mein Kleid, packten meinen eiskalten Hintern und schoben sich weiter zu dem Ort vor, der heiß glühte. Ich küsste ihn, vertraute darauf, dass er mich hielt und zerrte seinen Pullover aus der Jeans.
„Was ich eigentlich sagen wollte: Gefällt mir“, verbesserte er sich, als seine Finger meinen Slip beiseite zogen und meine feuchte Spalte entlang strichen.
„Berühr mich tiefer“, flehte ich und wimmerte, sobald seine Finger meinen Kitzler trafen, ihn streiften und weiterwanderten.
„Hier?“ Mit seinen nassen Fingern strich er über meine heißen Innenschenkel.
Wild schüttelte ich den Kopf, rieb über die nun deutlich größere Beule in seinem Schritt und packte fest zu, sodass auch er erstickt stöhnte. „Du weißt wo“, zischte ich.
„Vielleicht solltest du meiner Hand präzisere Anweisungen geben? Nicht, dass sie sich nochmal vertut …“
„Da, wo dein Schwanz gerne wäre“, spannte ich ihn und mich auf die Folter, verzögerte das Offensichtliche und genoss, wie sein Penis unter meiner Hand zuckte.
„Also hier?“ Seine Finger glitten zu meinem Hintern und Sterne tanzten vor meinen Augen, als Tim erogene Zonen erweckte, die bisher unangetastet waren.
Später, dachte ich. Gerne später. Und mein Innerstes zog sich voll Vorfreude zusammen, dass ich mit Tim dabei war, Mega-Wow-Sex zu erleben, wie ich ihn mir schon immer erträumt hatte.
Aber vielleicht musste ich dafür noch üben. Denn mein Körper war vor Lust so weich wie Butter, dass ich mich nicht länger an Tim festhalten konnte. Keuchend glitt zu Boden und hätte er mich nicht gepackt, ich wäre die Wand einfach tiefer runtergerutscht. Am Rande stellte ich fest, dass ich meine Pantoffeln verloren hatte, aber das spielte keine Rolle, so lange Tim mich gegen den Hauseingang presste und er auf meine nächste Anweisung wartete. „In meine Muschi! Schieb deine verdammten Finger in meine Muschi! Bitte!“
„Wie könnte ich da nein sagen“, flüsterte er und drang in mich ein.
Vor Lust warf ich den Kopf zurück und spürte seine nassen Küsse auf meinem Hals. „Mehr“, seufzte ich und krallte mich in seine Schultern, damit er nicht aufhörte. „Oh ja, mehr, mehr mehr!“
„Hrm, hrm.“ Ein Räuspern ließ mich Tim loslassen und ich sah Herrn Schmidt, der eine Etage unter meinen Eltern wohnte, und mit seinem Hund Gassi gehen wollte. „Dürften wir mal?“, fragte er streng und stemmte sich gegen die Tür, die wir blockierten.
„Natürlich.“ Schwer atmend löste ich mich von Tim, machte Platz und schlüpfte zitternd in den Hausflur, sobald Herr Schmidt vorbei war.
Was war los mir mit? Waren mir die Gerüche von Zimt und Nelken zu Kopf gestiegen?

***

„Der Weihnachtsmann?“, hörte ich Lisa hinter der Tür aufgeregt nach Luft schnappen.
Meine Ma ließ Tim und mich in die Wohnung und auf dem Gesicht meiner Nichte machte sich die Enttäuschung breit.
„Er kommt bestimmt jeden Augenblick“, tröstete ich die Kleine. „Wir haben ihn schon gesehen. Und ihm gesagt er soll sich beeilen.“
„Danke, Tante Lilly!“ Lisa klebte dankbar an meinem Bein, dann sauste sie zum Fenster, weil sie etwas gehört hatte. Glöckchen, oder so.
„Wir sollten mit der Bescherung beginnen. Bevor sie noch aufgedrehter wird“, sagte meine Ma und entschuldigte sich bei mir mit einer langen Umarmung, bis mir zu warm wurde und ich mich löste.
„Alles gut“, sagte ich. Wir legten los.
In meiner Familie hieß das, dass mein Pa einen Nachbarn von uns anrief, zum Glück nicht Herrn Schmidt. Der schnallte sich einen dicken Bauch um, klebte sich einen Bart an, schmiss sich in einen roten Mantel und bekam von uns verstohlen den Sack mit den Geschenken in die Hand gedrückt. Lisa sagte total aufgeregt ein Gedicht nach dem anderen auf und versicherte mehrfach, wie artig sie war. Danach verdrückte sie sich mit ihren Spielsachen und war für den Rest des Abends beschäftigt.
Wir Erwachsenen tranken mit dem Weihnachtsmann einen doppelten Schnaps – ja, im Trinken waren wir echt gut –, verabschiedeten ihn und überreichten uns unsere Geschenke, die traditionell nicht gekauft sondern selbstgemacht waren.
Lucas und Eva verschenkten Kalender mit Familienfotos, außerdem Bilder, die Lisa für uns gemalt hatte. Meines gefiel mir besonders gut: eine Strichmännchen-Prinzessin mit einem Strichmännchen-Prinzen. Seufz.
Mein Pa verteilte Holz-Figuren, die er liebevoll geschnitzt hatte. Mal waren es Tiere, mal Alltagsgegenstände und heute bekamen Tim und ich die Sydney-Oper. Wow.
Aufgeregt verteilte Ma ihre über Wochen gestrickten Berge. Ich liebte ihre Socken, ehrlich, und bekam deshalb immer die meisten. Yes! Und dazu verschenkte sie Wagenladungen an Pullovern.
Schließlich war ich dran und feierlich überreichte ich meine Schachteln voller Gebäck. Mit extra viel dunkler Schokolade für meinen Bruder, vegan für Eva, salzig für Pa und exotisch für Ma.
Als alle probierten und genussvoll die Augen verdrehten, schob ich Tim eine Schachtel Lakritzkekse zu. „Für dich. Frohe Weihnachten!“
„Danke“, sagte er überrascht und küsste mich. Er schnupperte an den Keksen. „Mmmh … Ich liebe Lakritze.“
Ich strahlte happy, wir saßen alle beisammen und plauderten belangloses Zeug. Von mir aus könnte jeden Tag Weihnachten sein.
Gegen Mitternacht machte ich mich müde ins Bett. Doch sobald ich lag, war ich hellwach. Blieb Tim gleich auf seiner Betthälfte? Oder führten wir zu Ende, was wir heute schon mehr als einmal begonnen hatten? Ich spürte ein warmes, verlangendes Ziehen zwischen meinen Beinen und konnte nicht fassen, dass mir der Gedanke an Mega-Wow-Sex nicht aus dem Kopf ging. War ich so untervögelt? Oder Tim so toll? Oder beides?
Ich zog mir die Decke bis ans Kinn und versuchte, meine Atmung zu kontrollieren. Im Dunkeln hörte ich, wie Tim sich seine Sachen zusammensuchte. Er verschwand kurz im Bad, und als er wiederkam, roch er frisch geduscht und nach Zahncreme.
„Du hast eine sehr nette Familie“, sagte er und ließ sich mit einem Seufzen ins Bett fallen.
Süße Schauer rieselten über meine Haut. Ich zuckte zusammen, als er unter die Decke schlüpfte und sein Bein meines streifte.
„Sie lieben dich und wollen nur dein Bestes.“ Er legte sich auf die Seite und ich wusste, er beobachtete mich im matten Licht, das von der Straße durch die Vorhänge nach drinnen schien.
„Ich weiß“, sagte ich leise.
„Sie werden nicht begeistert sein, wenn sie erfahren, dass du sie belogen hast.“ Unter der Decke tastete seine Hand nach mir, fand meine Hüfte und zog mich näher.
Genau hier war der Moment, wo ich hätte abbrechen und zurückweichen müssen. Aber von Tim ging etwas aus, dem ich nicht widerstehen konnte. Es hatte zu tun mit den Blicken, mit denen er mich ansah, mit der Art, wie er auf meiner Seite stand, mit dem Feuer, das seine Berührungen in mir auslösten. Und mit der Tatsache, dass er Lakritze mochte. So wie mein Fantasiefreund.
„Vielleicht finde ich ja jemanden, der ein bisschen so ist wie der Kerl, den ich mir zusammengelogen habe“, dachte ich laut nach und hatte plötzlich einen ganz komischen Verdacht. „Heißt du zum Beispiel wirklich Tim?“
Er nickte.
„Und bist du Architekt?“, fragte ich nervös weiter.
„Ja, bin ich.“
„Ehrlich?“
„Ehrlich.“
„Wow!“ Das konnte doch kein Zufall sein! Wen hatte mir Isa aufgetrieben? Und woher? Traummänner konnte man sich nirgends backen, dessen war ich mir sicher.
„Kann ich dich auch was fragen, Lilly?“
„Ist nur fair“, murmelte ich, kuschelte mich an ihn und atmete seinen Duft an seiner Brust ein.
„Wie bist du überhaupt auf all das gekommen? Eure erste Begegnung? Die Ausflüge? Die Vorlieben?“ Mein Shirt war beim Anschmiegen hochgerutscht und er zog es wieder tiefer und schlang die Arme um mich.
„Wehe du lachst“, warnte ich ihn.
„Tu ich nicht.“
„Dazu hat mich so ein Sandkastending inspiriert“, gestand ich vorsichtig und wartete ab, wie er reagierte.
Ein Glucksen löste sich in seiner Kehle, aber er hielt sein Versprechen und lachte nicht.
Mutig rückte ich mit dem Rest der Story aus. „Ich und mein Spielfreund haben uns mit sieben Jahren ewige Liebe geschworen. Wir haben uns eine Zukunft ausgemalt. Mit einem Haus und einem Hund und Kindern. Und dass er Architekt wird und ich immer Plätzchen backe für die Familie.“
„Klingt ja urromantisch.“
„Hey!“ Gespielt verärgert boxte ich ihn unter der Decke. Er ächzte, als wäre er schwer getroffen und keine Sekunde später rangelten wir miteinander, bis ich unter ihm und er auf mir lag. „Das war romantisch“, zischte ich.
„Sag ich doch!“ Im Dunkeln küsste Tim mich plötzlich so zärtlich, dass sich das Kribbeln bis in meine Zehen ausbreitete. „Was ist aus deiner Sandkastenliebe geworden?“
„Er hat mich sitzengelassen“, sagte ich nervös und ließ meine Hände unter Tims Schlafshirt wandern.
„Wie denn? Hat er seinen Plastikeimer in den Sand geworfen?“, neckte er mich und drückte meine Beine auseinander.
„Nein, natürlich nicht.“ Ich hielt inne und hatte Mühe, den Faden zu behalten. „Seine Eltern sind weggezogen. Und ich hab den Kontakt verloren.“
„Aber du hast ihn nie vergessen?“
Ich nickte und spürte im gleichen Moment seine harte Erektion, die gegen meinen Schritt drückte. „Scheint so, als gefiele dir die Geschichte?“
„Mmh. Scheint so.“
Blind fühlte ich den Nachtschrank und drückte den Lichtschalter der kleinen Leselampe. Ich wollte nicht länger mit einer Fantasie im Bett sein. Ich musste den Mann sehen, der mich so durcheinander brachte.
Geblendet vom Licht blinzelte ich. Als ich Tim sah, sog ich die Luft ein. Ja, mal wieder. Ich verlor mich in seinen Augen, ich liebte den Schwung seiner Lippen und ich lächelte beim Anblick seiner Haare, die ich ihm im Dunkel zerzaust hatte.
„Was ist?“, fragte ich unsicher, weil unter seinem Blick jede Zelle in meinem Körper wie verrückt kribbelte. Ganz zu schweigen von der Hitze, die mich vergessen ließ, dass Winter war.
„Du bist wunderschön. Das ist“, sagte er mit einer rauen Stimme, die mich erschaudern ließ. „Und ich will dich.“
„Ich dich auch“, keuchte ich. Dabei war das eine fette Lüge. Mit Wollen hatte das, was ich fühlte, nichts zu tun. Ich brauchte ihn. Punkt.
Ohne zu zögern zog er sich sein Schlafshirt über den Kopf, befreite mich aus meinem und stöhnte laut, als er mich nackt unter sich sah.
„Pst! Nebenan schlafen meine Eltern“, flüsterte ich warnend.
„Dann solltest du wohl auch leise sein“, grinste er teuflisch und stellte mich auf die Probe, indem er an meinen harten Nippeln saugte.
„Oh Gott“, keuchte ich überrascht.
„Schon vergessen: Still, Lilly!“
„Ja doch“, knurrte ich gereizt und schloss die Augen, um mich zu sammeln.
„Na, mal sehen …“ Er schob meine Shorts tiefer, nestelte an seiner Hose und wenig später spürte ich seinen harten Penis zwischen meinen Beinen. So verlockend, dass ich automatisch meine Hüften anhob, um ihn in mich aufzunehmen.
Süße Lust strömte durch meinen Körper und ich presste meine Lippen zusammen, um keinen Ton von mir zu geben.
„Besser“, lobte Tim mich. „Soll ich einen Gummi benutzen?“
Ich nickte und schnell schlüpfte ich auch aus meiner Schlafshorts, während er sich ein Kondom überstreifte.
„Du hast es aber eilig“, grinste er.
„Hast du eine Ahnung“, neckte ich ihn und berührte mich mutig zwischen den Beinen, ohne ihn aus den Augen zu lassen.
„Mach weiter! Das ist total sexy!“ Tim kam zurück ins Bett und setzte sich zwischen meine Beine. Sein Schwanz zuckte, wenn ich mit meinen Fingern in mich eintauchte. Und er stöhnte, wenn ich über meine Scham fuhr und Feuchtigkeit einladend verteilte.
Bis ich es nicht mehr aushielt. „Nimm mich!“, flüsterte ich und zog ihn zu mir. Mit einem harten Stoß drang er in mich und ich stöhnte entzückt.
„Leise“, ermahnte er mich.
„Scheiß auf leise!“, überlegte ich es mir anders. Sag mal einem Vulkan, er soll gefälligst langsam explodieren! Oder einem Wasserfall, er soll mal kurz innehalten. Nichts da! „Ich will dich! Ich will wilden Sex! Ich will fliegen! Jetzt sofort!“ Und sein zuckender Schwanz in mir wollte das Gleiche.
Wild küssend fiel er über mich her. Seine Lippen waren überall. Auf meinem Mund, meinem Hals, meinen Schultern. Leises Stöhnen strafte er mit langsamen Bewegungen. Und laute Schreie der Lust belohnte er mit schnelleren Stößen. Und man sollte meinen, ich hätte hier irgendwas zu sagen. Aber das war ein Irrtum. Er spielte mit mir und ich machte mit.
Dass Winter war, merkte ich gar nicht mehr. Mir war heiß, meine Haut glühte. Dort, wo sein Körper auf meinen traf, brannte sie. Es störte ihn nicht, wenn ich mich vor Lust wand und die Augen schloss. Und immer, wenn ich sie wieder öffnete, war dort er, mit diesem Blick, der mich verschlang.
Und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als länger durchzuhalten. Wenn ich das schaffte, dann würde er sich auch zusammennehmen. Und ich könnte diese süße Qual noch länger genießen.
Doch Tim hatte einen anderen Plan. Seine Finger verschränkten sich mit meinen und er drückte sie seitlich von mir ins Kopfkissen, sodass ich mich nicht rühren konnte.
„Nein“, keuchte ich und bettelte darum, ihn berühren zu dürfen.
„Doch“, antwortete er streng, erkundete meinen Körper, leckte hier und knabberte dort. „Siehst du das nicht genauso? Das gefällt dir doch.“
Frustriert wimmerte ich unter ihm und böse Schimpfwörter lagen mir auf der Zunge. Immer, wenn ich jedoch meinen Mund öffnete, entschlüpften mir Laute der Lust. Und ein sehr eintöniges „Jajaja“, das alles war, was von meinem Wortschatz übrig war. Mit jeder Berührung und jedem Stoß zog sich mein Innerstes enger um seinen Schwanz, pochte wilder vor Verlangen und glühte stärker vor Lust. Kurz gesagt: Ich war im Arsch!
„Tim?!“
Sofort lockerte er seinen Griff, rieb über meine Handgelenke und ließ mich frei. Ich musste es gar nicht sagen, irgendwie wusste er, dass ich soweit war. Konnte daran liegen, dass auch er zitterte und sich kaum noch beherrschen konnte. „Komm für mich!“, flüsterte er mir ins Ohr. Wieder und wieder. „Komm für mich, Lilly!“
Überwältigt krallte ich meine Hände in mein Kopfkissen, in seine Schultern, seinen Nacken, seine Schultern und wieder das Kissen.
Je öfter ich seine Worte hörte, desto mehr gehorchte mein Körper, als gehörte er ihm und nicht mir. Das Kribbeln zwischen meinen Beinen wich einem Brennen. Die Erregung vibrierte durch jede Zelle. Auf dem Gipfel der Lust bewegten wir uns in völligem Einklang. Mein Atem und mein Puls gingen im gleichen Rhythmus wie seiner. Und als er laut stöhnend kam, hielt mich nichts mehr und ich folgte ihm, wohin auch immer. Plötzlich flog ich, hatte das Gefühl, ich löste mich auf und kam matt und befriedigt wieder im Gästebett meiner Eltern zu mir, mit Tim, der breit grinste und mich küsste.
Wow! Das war’s. Das war Mega-Wow-Sex. Es gab ihn also wirklich.
Ein Klopfen an der Tür ließ uns zusammenzucken. Zögernd schwang die Tür auf. Meine Ma steckte ihren Kopf rein. „Alles in Ordnung, Schatz?“ Verwirrt schaute ich sie an. „Du hast geschrien wie am Spieß“, fügte sie besorgt hinzu.
„Ach so! Nur ein böser Traum“, keuchte ich, erleichtert, dass mein eben ausgeschaltetes Hirn, so schnell seine Arbeit wieder aufgenommen hatte. „Kannst du jetzt bitte gehen?“ Ich fühlte mich wie ein Teenager. Und als meine Ma die Tür hinter sich zuzog, fiel ich erleichtert in mein Kissen zurück.
„Ein böser Traum?“, grinste Tim, löschte das Licht und zog mich an sich.
„Ja, hätte ich denn die Wahrheit sagen sollen?“, murmelte ich müde.
„Stimmt, besser nicht.“
Denn die Wahrheit war eine verflucht heiße, Fleisch gewordene Fantasie gewesen, die man nicht mit seinen Eltern teilte, dachte ich und schlief lächelnd ein. Und auf dass das nicht die letzte war, die Realität wurde!

***

„Es hat geschneit!“
Am nächsten Morgen weckte mich das aufgeregte Geschrei meiner Nichte. Verschlafen sah ich zu Tim und Bilder der letzten Nacht tauchten vor mir auf. Ich bereute keine Sekunde und war doch verunsichert. Logisch, ich kannte ihn kaum und hatte den besten Sex meines Lebens erlebt.
Auf der Suche nach Antworten schlich ich mich aus dem Bett, zog mir ein Shirt über, kramte mein Handy aus meiner Handtasche und stellte mich ans Fenster, um Tim nicht zu wecken.
Neugierig schob ich die Gardine einen Spalt beiseite. Draußen lag eine neue zentimeterdicke Schneedecke und die Sonne schien. Ein perfekter Wintertag. Und der Letzte mit Tim, wenn ich nicht etwas unternahm.
Ich wählte so oft Isas Nummer, bis sie verschlafen ranging. „Du musst mir unbedingt sagen, wer Tim ist. Und warum er so perfekt ist.“
„Das ist dein Sandkastenfreund, von dem du mir mal erzählt hast“, murmelte sie.
„Und weiter?“ So ganz konnte ich es nicht glauben. Er? Hier! Also: ER? HIER!!!
„Wir haben uns im Sommer über Tinder kennengelernt. Und dabei stellte sich heraus, dass der Typ dich kennt. Wahnsinn, oder?“
„Weiter!“ Ich drehte mich und sah, dass Tim mich wach und wissend anlächelte.
„Und dann wollte ich ihn dir vorstellen, aber du warst ja ständig beschäftigt. Erst dein Weihnachtsdesaster war die Gelegenheit.“ Sie holte Luft. „Und sei ehrlich: Er ist toll, oder?“
„Ja, ist er“, gab ich zu, dankte ihr und legte auf.
„Komm ins Bett“, sagte Tim sanft und schlug mit der Hand auf den Platz neben sich.
Das ließ ich mir nicht dreimal sagen. Mit einem Satz war ich unter der Decke und ließ meine kalten Beine von ihm wärmen. Bevor wir jedoch wieder übereinander herfielen, lag mir noch eine Frage auf der Zunge, die ich beantwortet haben musste. „Du hättest sonst aber nicht wirklich Weihnachten allein gefeiert, oder?“ Denn das hätte ich traurig gefunden.
„Nein, ganz und gar nicht“, lachte er. „Das war nur meine Chance, dich wiederzusehen. Und meine Eltern haben das verstanden.“ Er räusperte sich. „Dafür haben wir Silvester jetzt auch schon was vor. Die Feier meiner Eltern. Wenn du willst?“
„Natürlich will ich. Ich lieb dich nämlich immer noch.“
„Das ist gut. Ich dich nämlich auch.“
Wir küssten uns und machten uns daran, eine weitere Fantasie von mir umzusetzen, die von trägem, endlosen Morgensex.
Ja, Tim war viel besser als mein Traummann. Denn er war echt.

ENDE


Parfum d’Amour 3: Intensive Nähe

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Erscheinungsdatum
30. November 2015

Formate
eBook, Taschenbuch

Seitenanzahl
267

Preis
eBook: 2,99€ (D)
Taschenbuch: 7,99€ (D)

Genre und Stichwörter
Erotik, erotischer Liebesroman, Trilogie, Romantik, Drama, Macht der Düfte, Parfüm-Geschichte, Paris

Shops
amazon.de: eBook
amazon.de: Taschenbuch

Parfum d’Amour 3: Intensive Nähe

KURZBESCHREIBUNG: Wie kann man nur so dumm sein? Genau diese Frage verfolgt Mia Benoit, denn schon zum zweiten Mal hat sie sich in den gleichen Mann verliebt und wurde – welch Wunder! – enttäuscht. Und darauf findet sie nur eine Antwort: Das passiert, wenn man liebt. Mutig beschließt sie, alles auf eine Karte zu setzen und ihrem Herzen zu folgen. Sie gibt Nicolas Sebastien Dumont eine dritte und letzte Chance – die er sich jedoch erst verdienen muss.

Ein erotisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Aber wer nicht wagt, der nie gewinnt!

PERSÖNLICHER KOMMENTAR: Man sagt ja immer, dass in jedem Buch auch ein bisschen vom Autor steckt und genauso ist es auch hier. Da wäre meine Liebe zu Parfüm und tatsächlich ein Artikel über knapp 40 Fragen, nach denen man in sein Gegenüber verliebt wäre. Umso trauriger ist es nun, dass ich mit dem dritten Teil auch dieses Kapitel nun geschlossen haben und Mia & Nicolas verlassen muss. Vergessen werde ich sie aber nicht.

Vor allem nicht, da mich während der finalen Überarbeitungsrunde die Ereignisse in Paris doch etwas durcheinandergebracht haben. Wie so oft, gab es eine Woche lang das reinste Social Media-Chaos voller Mitgefühl mit den Opfern, jeder Menge Hysterie und noch mehr Stimmungsmache – positiver wie negativer. Und was bleibt nun? Meine Hoffnung ist, dass wir alle der Unsicherheit etwas Hoffnung und Liebe entgegensetzen. Das klingt so schrecklich naiv, dass ich es gar nicht stehen lassen möchte, und es dennoch tue. #prayforparis


Robot Love – Arbeit ist das halbe Leben

Erscheinungsdatum
10. Oktober 2015

Formate
eBook, Taschenbuch

Seitenanzahl
231

Preis
eBook: 2,99€ (D)
Taschenbuch: 7,99€ (D)

Genre und Stichwörter
Erotik, Romantik, Fantasy, Science-Fiction, Roboter, Gefühle, Maschine, Drama, Special Feature, Eventorganisation, Poker, Whirlpool, Roadtrip

Shops (Auswahl)
amazon.de (eBook)
amazon.de (Taschenbuch)

Thalia
Weltbild
Hugendubel
Apple
kobo
buecher.de
ebook.de

Robot Love – Arbeit ist das halbe Leben

KURZBESCHREIBUNG: Für Sheila ist Arbeit nicht nur das halbe Leben, als selbstständige Eventmanagerin lebt sie im Trubel erst so richtig auf. Doch ein neues Projekt bringt sie an ihre Grenzen und ehe sie sich versieht, bekommt sie unfreiwillig Hilfe: Ihre Schwester halst ihr einen GentleRobotMan namens Dante auf. Und der Roboter hat nicht nur einiges auf dem Kasten. Irgendwie wird sie das Gefühl nicht los, dass er ihr aus ganz anderen, sehr egoistischen Gründen hilft … Will er etwa wissen, wie es ist, Sex zu haben?! Da kann er lange warten! Oder?

PERSÖNLICHER KOMMENTAR: Nachdem die Resonanz auf den ersten Roboter so gut war und so viele meinten, die Schwester von Alexandra, der Heldin aus „Starke Schultern“, bräuchte auch einen, war klar, dass es eine weitere Geschichte geben wird. Ich hatte sehr viele andere Idee. Und auch einen bösen Roboter konnte ich mir gut vorstellen. Aber dieses Mal hat es mich richtig mitgerissen, einen Workaholic mal auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Ich glaube, weil ich selbst gerne jemanden hätte, der mal sagt: „Philippa, Schluss jetzt! Feierabend!“

Special Cover

Für alle nicht amazon-Leser gibt es das Buch mit diesen sinnlichen Covern:


Parfum d’Amour 2: Dir verfallen

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Erscheinungsdatum
10. August 2015

Formate
eBook, Taschenbuch

Seitenanzahl
209

Preis
eBook: 2,99€ (D)
Taschenbuch: 6,99€ (D)

Genre und Stichwörter
erotischer Liebesroman, Romantik, Parfüm, Gefühle, Drama, Macht der Düfte, Duft der wahren Liebe, Happyend

Shops
amazon.de (eBook)
amazon.de (Taschenbuch)

Parfum d’Amour 2 – Dir verfallen

KURZBESCHREIBUNG: Noch erholt sich Mia Benoit von ihrem Schock, dass Nicolas sie nicht mehr sehen möchte. Sie hat genug von den Männern und setzt alles daran, ihre neue Duftkreation, ihr Parfum de MR. X, weiterzuentwickeln. Doch als ihr attraktiver Boss Dumont ihr Avancen macht, kann sie nicht widerstehen – so wie sie Nicolas schon nicht widerstehen konnte. Sie verfällt ihm, ohne zu ahnen, auf wen sie sich wirklich eingelassen hat. Kann das gut gehen?

Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.

PERSÖNLICHER KOMMENTAR: Auf diesen Teil habe ich mich besonders gefreut. Beide können ihrem Schicksal eben nicht entkommen :) Außerdem gewinnt die Story an Tempo und hält einige Überraschungen bereit. Besonders das Ende hat es mir angetan. Wie schon bei Teil 1 gibt es hier eine Wendung, mit der garantiert niemand rechnet, die aber doch jeder nachvollziehen kann, wenn sich das berühmte „Bauchgefühl“ meldet …


Parfum d’Amour 1: Die Begegnung

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Erscheinungsdatum
31. März 2015

Formate
eBook, Taschenbuch

Seitenanzahl
191

Preis
eBook: 2,99€ (D)
Taschenbuch: 6,99€ (D)

Genre und Stichwörter
erotischer Liebesroman, Romantik, Parfum, Macht der Düfte, sinnlich, Liebe geht durch die Nase

Shops
amazon.de: eBook
amazon.de: Taschenbuch

Parfum d’Amour 1: Die Begegnung

KURZBESCHREIBUNG: Eigentlich will Mia Benoit nur das Eine: Nach wiederholten Enttäuschungen mit Männern sucht sie schnellen, guten Sex. Wenn die Herren das können, dann sie auch! Doch auf der Onlinedating-Plattform PAIRS lernt sie statt einem unkomplizierten Typen den mysteriösen MR. X kennen. Und ob sie will oder nicht, sie verfällt diesem Mann. Und mehr noch: seinem unverwechselbaren, anziehenden Geruch …

Nicolas Dumont ist kein Mann für Beziehungen. Von Frauen, die sich in ihn verlieben, trennt er sich schneller, als man seinen Namen sagen kann. Auf einer Geschäftsreise in Paris ist ihm die Online-Begegnung mit der forschen Mia daher mehr als recht. Bis er plötzlich Dinge fühlt, die ihm bisher fremd waren …

Ein erotisches Spiel beginnt, bei dem der Eine nicht sicher sein kann, was der Andere denkt. Denn in der Dunkelheit ihrer Treffen müssen sie sich auf das verlassen, was sie riechen, schmecken und fühlen!

„Parfum d’Amour – Die Begegnung“ ist der Auftakt der neuen erotischen Liebesroman-Reihe der amazon-Bestsellerautorin Philippa L. Andersson rund um Mia und Nicolas und über die Macht der Gefühle. Und Düfte.

„On ne voit bien qu’avec le cœur. L’essentiel est invisible pour les yeux.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

PERSÖNLICHER KOMMENTAR: Persönlich und spannend, so war die Arbeit an der Auftaktgeschichte. Persönlich deshalb, weil ich auch einiges beim Online-Dating erlebt habe und ich arg an mich halten musste, hier nicht zu zynisch zu schreiben. Interessant deshalb, weil ich Parfüm über alles liebe und ich es unglaublich bereichernd fand, mehr darüber zu lesen, wie die Duftindustrie tickt, wie man Parfümeur wird und was es zu beachten gilt.


Robot Love – Starke Schultern

Erscheinungsdatum
10. Juni 2015

Formate
eBook, Taschenbuch

Seitenanzahl
ca. 162

Preis
eBook: 0,99€ (D)
Taschenbuch: 5,99€ (D)

Genre und Stichwörter
Erotik, Romantik, Roboter, Gefühle, Maschine, Drama, Special Feature

Shops (Auswahl)
amazon.de: eBook
amazon.de: Taschenbuch

thalia
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Weltbild
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Robot Love – Starke Schultern

KURZBESCHREIBUNG: Ein neues, technisches Produkt sorgt für Furore: der GRM – ein so genannter GentleRobotMan. Aus einem Baukasten an Eigenschaften kann sich jeder seinen persönlichen Traummann oder seine Traumfrau konfigurieren. Für Alexandra DIE Lösung, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen – findet zumindest ihre Schwester Sheila und schenkt ihr prompt Jacob. Alexandra ist nicht einverstanden damit. Doch je länger sie und der Roboter zusammen sind, desto stärker werden ihre Gefühle für ihn. Und was könnte schrecklicher sen, als jemanden zu lieben, der von allen Dingen Ahnung hat, nur nicht von wahrer Liebe?

„Viele entdecken ihr Herz erst, wenn sie den Kopf verloren haben.“ (Friedrich Wilhelm Nietzsche)

PERSÖNLICHER KOMMENTAR: Mit der Idee habe ich mich schon etwas länger getragen. Aber das klang zu sehr nach Science-Fiction und Technik und total crazy und ehrlich gesagt auch ein bisschen pervers. Hallo?! Ein Roboter, den man sich Stück für Stück selbst zusammenbasteln kann? Wobei ich die Idee klasse finde. Als Autor hat man ja chronisch keine Zeit und jemanden, der für mich kocht, meine Texte Korrektur liest und mich nebenbei – weil es für mich das Beste ist – vor die Tür scheucht, das wäre schon was! *biggrin* Und jetzt habe ich mich mit Robot Love einfach mal getraut und ehrlich, Finger weg, Ladys! Jacob gehört mir!!! :) ;)

Special Cover

Für alle nicht amazon-Leser gibt es das Buch mit diesen sinnlichen Covern:


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